Werden die Edelmetallpreise manipuliert / gedrückt? Gold + Silber auf Kredit kaufen?
In Phasen – wo die Edelmetale ohne ersichtlichen Grund einbrechen – kommt immer wieder die Frage auf, ob die Preise manipuliert oder künstlich gedrückt werden.
Dazu muß man Folgendes wissen:
Wir handeln derzeit an den Termin- und Papiermärkten etwa das 200-fache dessen, was wir bei Gold oder Silber in der physichen Ware umsetzen.
Das bedeutet, daß von 200 Euro Umsatz beim Gold nur 50 Cent über den Tisch eines Edelmetallhändlers gehen.
Und weil der Preis für eine Ware nicht da gemacht wird wo 0,5% umgehen, sondern da wo die fetten 99,5% sind – deswegen kann es über den Papiermarkt zu solchen Steuerungen und Einbrüchen kommen.
Ich kenne keinen Einzigen, der in den letzten Wochen aus irgendwelchen Gründen heraus physische!!!!!! Ware verkauft hat – noch dazu in die fallenden Preise hinein. Sicher es mag da einige wenige irgendwo geben, aber die meisten stocken in solchen Phasen doch weiter auf.
Das Kernproblem liegt hier darin, daß zwar viele über Gold oder Silber reden, aber nur ein Bruchteil welches kauft und viele die hier was kaufen tun es über den Papierweg – also über Zertifikate, Hinterlegungsscheine oder Fonds.
Diese Käufer tauchen bei keinem Händler auf und gehen so mehr oder weniger für die Szene unter.
Die fragen weder mich nach einem Händler, die fragen nicht nach Stückelungen oder sonstwas – und genau das ist die Masse derer, die derzeit in die Edelmetalle einsteigt.
Ich bin der festen Überzeugung, daß schon viele wegen der Ereignisse der letzten Monate zumindest mal verunsichert sind was das Papiergeld und das System angeht – aber nur die allerwenigsten finden den Weg zu unserer Seite oder zu einem Händler. Über 90% gehen zur Bank und sagen dort sie möchten was im Gold machen. Und weil sich das System und die Banker eine Flucht der Masse aus dem Papiergeld heraus in die physische Ware nicht leisten kann, deswegen schickt man hier alle in irgendwelche Papier-Gold-Anlagen mit angeblicher Hinterlegung.
Getrieben wird die Angst vor physischer Ware auch durch die ganzen Diskussionen zum Thema Echtheit der Ware, Lagerung, Angst vor Diebstahl usw…….
Der entscheidende Punkt ist doch folgender:
Das System ist im Überlebenskampf und zwar an vielen Fronten:
Die Notenbanken haben den Kern-Auftrag die Währungen stabil zu halten – also mit allen Mitteln die Geldwertstabilität zu gewährleisten.
Man darf aber nicht vergessen, daß diese Leute ständig mit den hohen Politikern und den Wirtschaftsbossen zusammenhängen und mit denen unterwegs sind. Die Verflechtungen sind hier nicht nur menschlich, sondern auch geschäftlich enorm – also muß man sich über Verschiebungen der Prioritäten nicht wundern.
Einige Notenbanken – so auch die US-Fed – haben daneben aber ebenfalls einen klaren Konjunkturauftrag – also die Pflicht das wirtschaftliche Wachstum zu unterstützen.
Man ist also in einem Dilemma gefangen zwischen Geldwertstabilität und Wachstumszwang.
Die großen Notenbanken sind also in gewissen Phasen gezwungen die Inflationsbekämpfung hinten anzustellen und weil wir mit der US-Notenbank eine relativ wachstums- und wirtschaftfreundliche Notenbank ganz oben an der Spitze haben, deswegen müssen die anderen mehr oder weniger nachziehen.
Eine dauerhafte und heftige Abwertung gegenüber dem Dollar kann und will sich kein Land leisten – also zieht man dem Herdenführer ( wenn auch manchmal mit zeitlicher Verzögerung ) hinterher.
Um einen Dollar/Euro Wachstum zu generierern benötigt man aktuell etwa 7 Euro/Dollar zusätzlichen Kredit. Das bedeutet es wird immer aufwendiger das Pyramidenspiel und Schneeballsystem noch am Laufen zu halten.
Um es noch weiter laufen lassen zu können müssen also schon mal als Grundvoraussetzung diejenigen IM!!!!! System bleiben die Geld haben. Das Wachstum der Geldmengen bzw. die Schaffung und Verteilung des zusätzlichen Geldes ( um eben die Zinsen zu bedienen und Wachstum zu schaffen ) ist erst der 2. Schritt.
Das bedeutet, daß man selbst die Leute, die aus dem System raus wollen über Edelmetallzertifikate, ETF`s oder sonstige Dinge im Papiergeld halten muß.
Da werden dann im Verkauf Dinge genant wie : ” Wo wollen Sie denn das lagern? Das ist doch viel zu gefährlich! Wenn man bei Ihnen einbricht ist alles weg! Was ist denn wenn Sie falsche Ware kaufen und sich am Ende herausstellt, daß Sie zwar auf dem richtigen Pferd gesessen sind, das aber nicht echt war? usw…”
Das treibt viele Leute in Papier-Gold-Anlagen, wo ich der felsenfesten Überzeugung bin, daß nur ein winziger Bruchteil ( wenn überhapt) in echter, physischer Ware hinterlegt ist.
Irgendwann in den nächsten Monaten wird aber der Zeitpunkt kommen, wo zumindest einige wenige das Spiel durchschauen und eine echte Auslieferung verlangen bzw. nur echte, physische Ware wollen – dann wird es zu raketenhaften Anstiegen entweder bei den Papier- und physichen Preisen kommen oder zumindest zu gewaltigen Aufschlägen bei der physichen Ware selber.
Ich würde aktuell auch nicht davor zurückschrecken den Leuten zu raten Edelmetalle auf Kredit zu kaufen, denn wenn man in dem Zusamnmenhang schon von einer Drückung oder Manipulation reden kann, dann findet diese ganz sicher nur nach unten statt – wir haben also künstlich niedrige Preise.
Außerdem ist das Zinsgefüge völlig aus dem Ruder gelaufen, denn bei den aktuellen Risiken müssten die Zinsen wesentlich höher sein. Hierzu tragen auch die Eingriffe der Notenbanken bei, die ja schon – wie im Falle der EZB alleine – weit über 200 Mrd. Euro gekauft haben.
Bei der US-Fed liegen wir schon bei fast 3 Billionen Dollar!!!! Was denken Sie was am Anleihenmarkt und bei den Zinsen weltweit los wäre, wenn man diese Billionen rein über den Zins am “normalen” Markt hätte verkaufen müssen???
Was ist bei den Zinsen los? Seit 30 Jahren fallen die Zinsen in den USA, Europa usw… tendenziell, obwohl das Ausfallrisiko der Staatsanleihen extrem zugenommen hat. 1980 bekam man auf normale deutsche Sparbriefe noch Renditen um die 15% – aktuell liegen wir bei den 1-jährigen deutschen Anleihen bei 0,04% und bei den 10-jährigen bei unter 2%. Das ist angesichts der aktuellen Verschuldung-Situation usw. ein Wahnsinn. Bei den Notenbankzinsen das gleiche Spiel. Während die Inflationsraten im Euroraum bei 3% liegen zahlen die Geschäftsbanken bei der EZB für Geld nur 1%, die USA sind bei den Leitzinsen ja bei 0,00%!
Der Realzins – also der Zins abzüglich der jeweiligen Inflationsrate – ist inzwischen fast überall deutlich negativ. Auf einen Kredit bezogen bedeutet das, daß die Zinsen die man zahlen muss oft niedriger sind als die Entwertung des aufgenommenen Geldes durch die Inflation.
Außerdem: Der Zins ist ja nicht nur eine Konsumverzichtsprämie, sondern auch ein Ausgleich für ein eingegangenes Risiko.
Dieses Ausfall-Risiko steigt mit der Laufzeit an und mit der Abnahme der Bonität dessen, dem man das Geld leiht.
Das alles zeigt uns, daß wir einen künstlich niedrigen Zins haben und künstliche bzw. noch niedrige Edelmetallnotierungen. Das Spiel des Gold- oder Silberkaufes auf Kredit hat also von beiden Seiten her betrachtet ( Einkaufspreis und Zins ) ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis. Man muß nur 3 Dinge beachten:
1. Man sollte den Kredit jederzeit voll zurückzahlen können. Das ist zwar meistens etwas teurer, aber diese Flexibilität sollte einem das schon wert sein. Man kann ja im Laufe der Zeit mit stiegegenden Notierungen nach und nach schon zu tilgen beginnen – damit nimmt man das Risiko Schritt für Schritt heraus. Damit ist auch gewährleitet, daß Sie einen guten Ausstiegszeitpunkt auch perfekt ausnutzen können um zu verkaufen und zu tilgen. Wenn Sie garnicht tilgen können, dann führt das oft dazu eine Position länger zu halten als man möchte – dann fallen die Gold- oder Silber-Preise wieder und man ärgert sich nur – also schauen Sie hier nicht auf jedes Zehntel Prozent!
2. Man sollte natürlich auch nicht den Dispo dazu verwenden mit 12 oder 15% plus X oder bei einem Kredithai für Wucherzinsen Geld einkaufen. Wenn der Darlehenszins so bei 3 bis 5% liegt haben Sie sehr gute Chancen mit den Erträgen die Zinsen zu bezahlen und noch einen guten Gewinn am Ende zu machen. Bei der Laufzeit sollte man mindestens 3 Jahre nehmen, denn damit kann man auch mal Rücksetzer aushalten.
3. WICHTIG!!! Es sollte sichergestellt sein, daß Sie die laufenden Zinsen für den Kredit bombensicher bezahlen können, denn die Edelmetalle selber bringen ja keinen Zins – tragen also nicht zu Zahlung der Zinsen bei. Das ist der Vorteil bei Krediten für Aktien- oder Immobilienkäufe – zumindest ein kleiner – denn die werfen ja in der Regel laufende Einnahmen über Dividenden oder Mieten ab. Damit hat man während der Laufzeit einen ständigen Geldzufluß, der entweder ganz oder zumindest mal schon einen Teil der Zinsen bezahlt.
Wenn Sie diese 3 Punkte beachten und auch gute Nerven mitbringen wird Ihnen ein Edelmetallkauf auf Kredit mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit – vor allem nach der Korrektur der letzten Wochen – viel Freude bringen!
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